Chronische metabolische Azidose

Bild von Zitronen. Link zur Übersäuerung

Die Wirkung von zu viel Bicarbonat

Unseren Säure-Basen-Haushalt können wir uns wie eine Waage vorstellen: Auf der einen Seite befinden sich die Säuren und auf der anderen die Basen. Bei gesunden Menschen, die auf eine basenreiche Ernährung achten und Sport treiben, befindet sich die Waage meistens im Gleichgewicht. Sollte die Waage für kurze Zeit kippen, können gesunde Nieren den Säureüberschuss ausgleichen. Denn gesunde Nieren produzieren etwa 60 g Bicarbonat pro Tag, um saure Stoffwechselprodukte zu neutralisieren, die vor allem aus der Verstoffwechselung unserer Nahrung und der Muskelarbeit anfallen. Solange die Nieren also funktionieren, ist ein chronischer Bicarbonatmangel daher nahezu ausgeschlossen. Daher sollten Menschen mit gesunden Nieren keine Bicarbonat-Präparate oder -Tabletten zu sich nehmen. Denn durch die zusätzliche Bicarbonataufnahme, würde die Waage kippen und dies würde zu einer Alkalose führen. Eine Alkalose führt z.B. dazu, dass mehr Kalium aus den Zellen ins Blut gelangt. Wenn zu viel Kalium im Blut ist, schlägt das Herz langsamer, was besonders für Menschen mit schwachem Herz gefährlich ist.

Bei Menschen mit verringerter Nierenfunktion produzieren die Nieren nicht genug Basen zur Neutralisation und scheiden nicht genug Säuren über den Urin aus. Dadurch sind zu viele Säuren im Körper, die Waage kippt und es kommt es zu einer cmA. Daher verschreiben Ärzte/Ärztinnen Nierenerkrankten Bicarbonat-Tabletten, die den Nieren bei der Neutralisation der Säuren helfen.

Sollten Sie Probleme mit den Nieren haben, kann durch eine Blutgasanalyse bei einem Arzt/einer Ärztin festgestellt werden, ob die Einnahme von Bicarbonat-Tabletten für Sie sinnvoll ist.


Quelle: Adeva-Andany MM et al. Sodium bicarbonate therapy in patients with metabolic acidosis. ScientificWorldJournal. 2014; 2014: 627673. doi: 10.1155/2014/627673.