Chronische metabolische Azidose

Bild von Zitronen. Link zur Übersäuerung

Was ist die (e)GFR?

Die Abkürzung GFR steht für „glomeruläre Filtrationsrate“ und ist das meistverwendete Maß für die Funktionsfähigkeit der Nieren. Eine direkte Messung der GFR ist nur durch das aufwendige Sammeln des Urins über 24 Stunden möglich, deshalb wird die GFR anhand der Filtration von Kreatinin durch die Nieren bestimmt. Unter Berücksichtigung des Geschlechts, Alters und der Körperoberfläche lässt sich dann die eGFR (e steht für estimated = geschätzt) berechnen.

Für die Berechnung der eGFR haben Wissenschaftler verschiedene Verfahren entwickelt. Standard ist heute die Berechnung nach einer Formel der CKD Epidemiology Collaboration, kurz CKD-EPI-Formel. Der berechnete Wert ist keine genaue Messung, sondern eine Schätzung. Zur Interpretation eines eGFR-Wertes berücksichtigt ein Arzt oder eine Ärztin daher noch andere Auffälligkeiten des Patienten/der Patientin, z. B. Eiweiß im Urin, Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes oder eine sehr starke Abnahme der eGFR in kurzer Zeit.

Um besser zu verstehen, was es mit der eGFR auf sich hat, schauen wir uns zuerst den Begriff „glomerulär“ in „glomeruläre Filtrationsrate“ an. Jede Niere enthält mehr als 1 Million kleiner Strukturen, der Nephrone. Jedes Nephron besitzt einen Glomerulus, ein Knäuel feinster Blutgefäße, die als Kapillaren bezeichnet werden. Weil die Kapillaren sehr dünne Wände haben, werden durch den Blutdruck Flüssigkeit und gelöste Stoffe aus dem Blut in die Nephronkapsel gedrückt, die den Glomerulus umschließt. Dabei passt ein Teil der im Blut gelösten Stoffe und die Blutzellen jedoch nicht durch die Kapillarwände. Die Kapillarwand wirkt deshalb wie ein Filter, der Stoffe aus dem Blut abfiltriert. Dies ist der erste Schritt zur Bildung von Harn. (siehe Abbildung Punkt 1 & 2)

Danach holt sich die Niere einen großen Teil der Flüssigkeit und der gelösten Stoffe aus dem Harn zurück, weil diese vom Körper benötig werden (siehe Abbildung Punkt 3). Die Nieren sorgen also dafür, dass giftige und nicht verwertbare Substanzen aus unserem Körper entsorgt und verwertbare Substanzen im Körper gehalten werden.

Die „Filtrationsrate“ beschreibt die Menge an Flüssigkeit, die aus dem Blut in alle Glomeruli der Nieren, abfiltriert wird. Diese beträgt bei gesunden Menschen etwa 170 Liter pro Tag! Die Nieren holen mehr als 99 % der in den Glomeruli filtrierten Flüssigkeit wieder zurück, sodass täglich nur etwa 1,5 Liter Urin ausgeschieden werden.


Quellen:

StatPearls Histology Nephron; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK554411/; zuletzt geprüft 07/22.

Openstax Anatomy & Physiology; https://openstaxcollege.org/textbooks/anatomy-and-physiology; zuletzt geprüft 05/22.